Ein kurzweiliges Lesen über den Tee
“Die Welt hat sich in einer Teeschale gefunden.“ (Kakuzo Okakura – 1906)
Nachdem um 519 nach Christus der buddhistische Heilige Bodhidharma, dritter Sohn des indischen Königs Kaisawo und erster Missionar des Buddhismus in China, auf einem Schilfrohr den Jangtsekiang überquert hatte, verharrte er neun Jahre lang in Meditation vor einer Felswand, um wachend und fastend das Höchstmaß menschlicher Vollkommenheit zu erlangen. Dabei geschah es, dass er von Müdigkeit übermannt einschlief. Als er erwachte, packte ihn so großer Zorn über seine menschliche Schwäche, dass er sich die Augenlieder abschnitt und sie zu Boden warf. Sogleich schlugen sie Wurzeln und aus jedem wuchs ein Strauch, der grüne Blätter trieb. Neugierig kostete Bodhidharma von den Blättern, fühlte sich sofort gestärkt und von seiner Müdigkeit befreit. Staunend über diese Wirkung empfahl er seinen Jüngern die Kraft dieser Wunderpflanze…….
Als diese legende vom Ursprung des Tees erzählt wird ist Tee in China schon lange als Heil- und Genussmittel verbreitet. In China lässt sich die Geschichte einer rund 5000 Jahre alten Teekultur nachzeichnen. Die erste geschichtliche Erwähnung des Tees findet sich etwa 2700 vor Christus in den Arznei – und Kräutervorschriften des Kaisers Shen-nung, der als „Vater der Arzneikunde“ die Heilkunst im Reich der Mitte begündet haben soll.